Aspect Ratio

Geschrieben von: WS Spalluto GmbH.

Aspect Ratio / Seitenverhaeltnis M:N

Seitenverhältnis (Film)

Unter Seitenverhältnis im weiteren Sinne versteht man das Verhältnis von mindestens zwei unterschiedlich langen Seiten eines Polygons. Meistens wird damit das Verhältnis von der Breite eines Rechtecks, eines Bildschirms oder einer Leinwand zu seiner Höhe angegeben.

Ein Quadrat hat das Seitenverhältnis 1:1, weil die beiden Seiten gleich lang sind. Im Videobereich spricht man auch von der Aspect Ratio. Das Seitenverhältnis kann im Format N:M angegeben werden

Die Angabe des Seitenverhältnisses erfolgt bei Bildschirmen häufig als Bruch (z. B. 16:9), oft wird dieser Bruch auch auf eins normiert und ggf. gerundet (z. B. 1,78:1).

Foto

Bei analogen Negativen, Dias und Papierbildern kommt meist das 3:2-Format (Negativgröße: 36 × 24 mm, sog. Kleinbild-Format – aber auch das 6x9 cm Mittelformat) zum Einsatz. Auch die meisten digitalen Spiegelreflex-Kameras (DSLR) nehmen in diesem Format auf, sowohl sog. FX ("Fullframe"), als auch DX und APS-C-Kameras. APS-H-Kameras und die meisten digitalen Kompaktkameras dagegen verwenden heute das Format 4:3 – das gleiche Format verwenden die meisten professionellen Mittelformatkameras im Format 6x4,5 cm. In der professionellen Mittelformat- und Großformat-Fotografie sind auch die Formate 1:1 (6x6 cm), 1:1,17 (6x7 cm), 1:1,25 (4x5 Zoll und 8x10 Zoll), 1:1,4 (5x7 Zoll), 1:1,27 (11x14 Zoll) bis hin zu 1:2,5 (4x10 Zoll) üblich.

Gelegentlich gibt es Digitalkameras, die eigentlich im 4:3-Format aufnehmen sollen, wobei jedoch das Seitenverhältnis nicht genau stimmt. So hat ein 2-Megapixel-Foto bei einer Kodak Easyshare CX7220 das Format 1.632 × 1.232 Pixel, korrekt wäre 1.632 × 1.224, was jedoch zu Konflikten mit der verwendeten JPEG-Komprimierung führen würde.

Film

Vergleich der drei gebräuchlichsten Seitenverhältnisse: Der äußere Rahmen (blau) und der mittlere Rahmen (rot) sind die meistverwendeten Formate für Filmaufnahmen, der innere Rahmen ist das (bisherige) Standardformat für das FernsehenWährend der Entwicklung des Films gab es immer neue Bildformate, von denen die meisten jedoch früher oder später aus der Mode kamen. Andere wiederum konnten sich bis heute durchsetzen. Im Kino bleibt die Bildhöhe normalerweise immer gleich – eine Ausnahme bilden z. B. für die Vorführung von 70 mm-Film geeignete Kinos, die im „Normalfall“ den untersten Teil der Leinwand abdecken. Die Bildbreite variiert je nach Filmformat. Deshalb wird im Kino – anders als beim Video, wo die Breite das Bezugsmaß ist – immer die Höhe zuerst und die Breite dahinter genannt.

2,35:1-Bild (blauer Rahmen) mit gängigen Seitenverhältnissen im KinoDas klassische Format des 35-mm-Films ist 1,375:1 (= 12,5:9). Dieses Format findet vor allem im Amateur- und Dokumentarfilm Anwendung. Im Spielfilm setzt man immer häufiger Breitbildformate mit den Verhältnissen 1,66:1 (15:9) und 1,85:1 (16,65:9) ein. Diese Verhältnisse werden erzeugt durch entsprechende Bildfenster in der Filmkamera bzw. Masken im Projektor, die in den Strahlengang eingefügt werden. Es wird also einfach nur ein kleinerer Ausschnitt jedes Film-Rahmens benutzt und dieser dann proportional gestreckt. (Weitere Erläuterung unter Open Matte.)

2,35:1-Bild mit Letterbox auf 4:3 gebracht. OAR bleibt erhalten, gesamtes Bild sichtbarBeim Cinemascope-Verfahren geht man einen anderen Weg: Das ursprüngliche Verhältnis von 2,35:1 (21:9) wird mit Hilfe einer anamorphen Linse im Verhältnis 1:2 auf das Filmmaterial gebracht: Die Höhe des Bildes bleibt dabei erhalten, das Bild wirkt aber in der Breite gestaucht. Bei der Vorführung des fertigen Films muss das Bild jedoch mit einer speziellen Zylinderlinse (Anamorphot genannt) wieder entzerrt werden.

1,85:1-Bild mit Letterbox auf 4:3 gebracht. Falls OAR 2,35:1, dann fehlt ein Teil des BildinhaltsIn den 1950er und frühen 1960er Jahren wurde mit verschiedenen Verfahren und Seitenverhältnissen experimentiert. Ein weiteres kostengünstiges Verfahren war Vistavision, da hier nur umgebaute Kameras benötigt wurden, die jedoch weiterhin auf 35-mm-Film aufnahmen. Das Seitenverhältnis betrug hier 1,96:1.

Fernsehen und Video

Breitbildformate per Pan&Scan auf 4:3 gebracht. Das Bild wird beschnittenBeim analogen Fernsehen war 4:3 das einheitliche Format, sowohl beim deutschen PAL als auch beim französischen SECAM oder dem US-amerikanischen NTSC. Ab den 1990er Jahren wurde immer häufiger das Format 16:9 (= 1,78:1) eingesetzt.

Die digitalen Fernsehnormen wie DVB und ATSC unterstützen bei einer Vielzahl von Pixelseitenverhältnissen die Anzeigeseitenverhältnisse 16:9 und 4:3 sowie theoretisch 2,21:1 (etwa 20:9), welches in der Praxis nicht eingesetzt wird. Beim hochauflösenden Fernsehen ist das Seitenverhältnis 16:9 üblich.

Bei DVD, SVCD und DVB werden die Bilder häufig anamorph gespeichert – analog zum Cinemascope-Verfahren.

Vor allem bei größeren und hochwertigen Fernsehgeräten setzte sich mit der Digitalisierung und der Abkehr von der Kathodenstrahlröhre das Seitenverhältnis 16:9 durch. Ab 2009 kamen auch noch breitere Geräte im Format 21:9 (7:3 = 2,33:1) auf den Markt, welche Kinofilme im Format 2,35:1 ohne horizontale Streifen anzeigen können, wobei kein dafür optimiertes Quellmaterial existiert und die meisten Inhalte mit vertikalen Balken bzw. aufgeblasen oder verzerrt angezeigt werden müssen.

Quelle: externer Weblinkhttp://de.wikipedia.org/wiki/Aspect_Ratio